Erste Allgemeine Verunsicherung
Wir trafen Klaus Eberhartinger, den Sänger der EAV, auf der Bierbörse in Opladen. Stellvertretend für die gesamte Band stellte er sich gerne für ein Foto für unser Projekt zur Verfügung. Auch wenn der Spass der treibende Motor bei der EAV sind, so ist die Band alles andere als unpolitisch. Geschickt und mit viel Witz verpacken die Österreicher ihre politische Message häufig in ihren Texten und eckten dadurch nicht nur einmal gehörig an. Uns gefällt sowas. Vielen Dank an Klaus für das klare Statement gegen Rassismus.
Ende der 1970er-Jahre begann EAV als Rock-Comics-Band und feierte erste Erfolge in der alternativen Clubszene Deutschlands. Mit dem fünften Album Geld oder Leben! (1985) gelang schließlich der Durchbruch im gesamten deutschsprachigen Raum. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges zog sich die Band für drei Jahre aus dem Musikgeschäft zurück, konnte aber nach ihrem Comeback 1994 nicht mehr an die großen kommerziellen Erfolge der späten Achtziger und frühen Neunziger anknüpfen.
Die Lieder der Ersten Allgemeinen Verunsicherung wurden besonders in den Achtzigern oft als reine Spaßlieder verstanden. Durch den Erfolg von Liedern wie Ba-Ba-Banküberfall, Märchenprinz, Küss die Hand, schöne Frau oder Ding Dong wurde ihnen oft das Etikett einer Klamaukband angeheftet, was sich 1999 durch den Erfolg des Songs Drei weiße Tauben noch einmal verstärken sollte. Die Band selbst macht für dieses Missverständnis den kommerziellen Erfolg einzelner, aus dem Gesamtkontext eines Albums gerissener Lieder, verantwortlich. Tatsächlich eckte EAV durch ihre politischen Statements immer wieder an. Der ehemalige österreichische Bundespräsident Kurt Waldheim drohte nach Wann man gehn muß mit einer Klage, zog diese aber angesichts negativer öffentlicher Reaktionen zurück. Sehr stark ist das Engagement der Gruppe gegen Rechtsextreme und rechte Gewalt (z. B. in Liedern wie: Eierkopf-Rudi, Wir marschieren). Bereits 1983 gab es nach einer TV-Sendung Bombendrohungen von Neonazis, der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider verklagte die Band wegen „übler Nachrede“ und zahlreiche Titel wurden wegen ihrer kirchen- und gesellschaftskritischen Inhalte von Rundfunksendern boykottiert. Der bekannteste Fall ist sicherlich die 1988 erschienene Single Burli, die sich mit den möglichen Folgen des GAUs eines Kernkraftwerks beschäftigt (Der Burli hat links und rechts 3 Ohrli / an jeder Hand zehn Finger, und Hände hat er vier / keiner spielt so schnell Klavier). Der Band wurde daraufhin eine Verhöhnung behinderter Menschen vorgeworfen. Der Bayerische Rundfunk hat das Lied ’s Muaterl wegen seiner Kritik am damaligen Papst und der katholischen Kirche nicht gesendet.
Von Herbst 2005 bis Ende 2007 war die Erste Allgemeine Verunsicherung mit ihrem Jubiläumsprogramm 100 Jahre EAV im deutschsprachigen Raum unterwegs und präsentierte neben ihren Hits („Küss die Hand, schöne Frau“, „Banküberfall“) auch Klassiker („Der Tod“, „Sandlerkönig Eberhard“) und neue Lieder („God Bless America“, „Coconut Island“). Großen Erfolg hat auch das Album 100 Jahre EAV… Ihr habt es so gewollt!. Es stand in Österreich 113 Wochen lang in den Charts.[4] Aufgrund des Erfolges der Livekonzerte ging EAV ab Frühjahr 2008 mit ihrem neuen Programm „Amore XL“ erneut auf Tournee.
Am 5. Februar 2010 erschien ein neues Album mit dem Namen Neue Helden braucht das Land. Seit Anfang März 2010 geht EAV wieder auf Tournee – eine „Neue-Helden“-Tour durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Ab Mai machte Thomas Spitzer eine Pause, in dieser Zeit sprang Reinhard Stranzinger für ihn ein.
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